In allen Kulturen ist das Heilungspotential von veränderten Bewusstseinszuständen bekannt. In unserer aktuellen modernen Zivilisation ist dieses Wissen weitgehend verlorengegangen. Nicht alltägliche Bewusstseinszustände werden entweder pathologisiert und ängstlich unterdrückt oder sie finden sich sinnentleert in hedonistischem Streben nach mehr Sinnesgenuß, der immer schneller, toller und einfacher zu erreichen sein muß.
Die von Stan und Christina Grof entwickelte Holotrope Atemarbeit bildet eine Synthese aus alten spirituellen, schamanistischen Techniken und dem Wissen aus moderner Bewußtseinsforschung und Psychologie. Das Holotrope Atmen ist eine einfache Methode, welche eine leichten und behutsamen Übergang in veränderte oder erweiterte Bewusstseinszustände ermöglicht. Es findet ein intensiver seelischer Prozeß statt, der durch vertieftes Atmen, begleitende evokative Musik, gezielte Körperarbeit, Mandalamalen sowie nachfolgende Integrationsarbeit unterstützt wird.
Holotropes Atmen bringt unterdrückte und verdängte Inhalte die unser aktuelles Leben behindern an die Oberfläche. Traumatische Erfahrungen aus unserer Lebensgeschichte werden von uns unterdrückt und äußern sich dann z.B. in dem Gefühl, nicht wirklich liebenswert, bzw. unerwünscht zu sein; in gehaltener Wut, die nicht ausgedrückt werden durfte u.ä. Nicht verarbeitete alte Verletzungen werden in unserem Körper gespeichert, in dem wir die Zähne zusammenbeißen, uns zusammenreißen, in unser Schicksal fügen usw. Manche Verdrängungen drücken sich dann in psychosomatischen Symptomen aus, andere zeigen sich mehr auf der seelischen Erlebnis- oder Beziehungsebene. In der Atemarbeit findet der Atem wie ein inneres Radar diese Veränderungen, der freie Fluß von Energie, Ausdruck, Bewegung ist gehemmt. Durch die Bewusstwerdung der Blockaden werden diese einer Bearbeitung zugänglich.
Ein Teil der Atemerfahrungen hat diesen regressiven Charakter und ist Ausdruck unverarbeiteter Verletzungen, Enttäuschungen etc. wie sie unter anderem von der Psychoanalyse erforscht wurden. Darüber hinaus öffnen sich Erlebnisbereiche, die mit dem der eigenen Geburt zu tun haben. Häufig geschieht dies, wenn die biographischen Inhalte aufgearbeitet sind und sich eine noch frühere, existentielle Wurzel der Probleme findet. Die dritte Kategorie von Erfahrungen hat transpersonalen Charakter. Hier finden sich z.B. schamanistische Inhalte, Begegnungen mit Archtypen, die in der Jungianischen Psychologie geschrieben werden oder spirituelle Erfahrungen, wie sie unter anderem in den östlichen Geistestraditionen dargelegt sind.
Manche Menschen nutzen das Holotrope Atmen als eine Form spiritueller Praxis, um an Ihrer Entwicklung auf dem Weg zu arbeiten. Andere genießen es, einen Raum zu haben, innerhalb dessen sie sich völlig frei ausdrücken, bewegen und entfalten können. Für viele ist es eine Form der intensiven Selbsterfahrung, welche sich an eine durchlebte Therapie anschließen oder mit Ihr verbinden lässt. Menschen, die sich in einem aktuellen psychotherapeutischen Prozeß befinden, erleben das Atmen oft als sehr gute m wirklich in die Tiefe gehende Ergänzung. Psychotherapeutische Erfahrungen sind jedoch nicht notwendig. Für uns ist es ein Weg, aus dem
Alltag auszutreten, sich auf sich selbst zu besinnen und sich wieder mit den tiefen Seelenkräften zu verbinden. Wir machen diese Arbeit in der Regel nicht in den Städten, was tiefgreifende, heilsame und transformierende Erfahrungen und deren Integration fördert.
Da es bei der Arbeit mitunter zu heftigen Freisetzungen lang gestauter Gefühle, Impulsen, Energien kommen kann, ist die Arbeit für Schwangere, Menschen mit kardiovakulären Problemen u.ä. nicht geeignet.
Unsicherheiten bitten wir mit dem Arzt vor einer Teilnahme abzuklären. Das Holotrope Atmen ersetzt keine Therapie oder ärztliche Behandlung. Bedingung für die Teilnahme am Selbsterfahrungsseminar ist ein Vorgespräch.